KI-Förderung 2026: Zuschüsse von Bund und Ländern

Für KI-Projekte gibt es im Jahr 2026 kein eigenes großes Bundes-Zuschussprogramm mehr: go-digital und Digital Jetzt sind ausgelaufen. Aktiv sind vor allem die BAFA-Beratungsförderung, die kostenlosen Mittelstand-Digital Zentren und Landesprogramme wie der Digitalbonus Bayern oder DigitalInvest KMU im Saarland.
Dieser Überblick hat den Stand November 2026. Förderprogramme ändern sich häufig: Budgets sind erschöpft, Antragsfenster schließen, Richtlinien werden neu gefasst. Prüfen Sie deshalb vor jedem Antrag die aktuellen Bedingungen direkt beim Fördergeber. Dieser Ratgeber ersetzt keine Fördermittelberatung.
Welche Bundesprogramme gibt es 2026 noch?
Auf Bundesebene ist 2026 die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen das wichtigste aktive Zuschussprogramm, das auch Beratung zu Digitalisierung und KI abdeckt. Die früheren Digitalisierungsprogramme des Bundes sind beendet.
go-digital: ausgelaufen
Das Programm go-digital ist am 31.12.2024 ausgelaufen, neue Anträge sind nicht möglich. Ein direktes Nachfolgeprogramm des Bundes mit vergleichbarer Ausrichtung war bis November 2026 nicht bekannt.
Digital Jetzt: beendet
Digital Jetzt nimmt keine Anträge mehr an, die Richtlinie war bis 31.12.2023 befristet. Auch hier gibt es keinen bekannten Nachfolger.
BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
Die BAFA-Beratungsförderung bezuschusst externe Beratung, zum Beispiel zu Strategie, Digitalisierung oder KI-Einsatz, nicht aber die technische Umsetzung. Die wichtigsten Eckdaten:
- Die aktuelle Richtlinie gilt für Anträge seit 01.01.2023 und wird laut BAFA mit geänderten Bedingungen ab 01.01.2027 bis 31.12.2028 verlängert.
- Jedes Unternehmen kann innerhalb der Geltungsdauer höchstens fünf abgeschlossene Beratungen fördern lassen.
- Ab Januar 2027 ist der Antrag nur noch über ELSTER-Konto oder BundID möglich, das verpflichtende Regionalpartnergespräch entfällt.
- Laut einer Sekundärquelle (Stand Oktober 2026) liegt die Bemessungsgrundlage bei 3.500 Euro pro Beratung. Der Zuschuss beträgt 50 Prozent in den alten Bundesländern (höchstens 1.750 Euro) und 80 Prozent in den neuen Bundesländern sowie den Regionen Lüneburg und Trier (höchstens 2.800 Euro), bei höchstens zwei geförderten Beratungen pro Jahr. Prüfen Sie die Sätze im aktuellen Merkblatt.
- Der Antrag muss vor Beratungsbeginn gestellt werden.
- Das BAFA stellt ein eigenes Merkblatt mit Hinweisen zur Beraterauswahl bereit.
Mittelstand-Digital Zentren: kostenlos statt Zuschuss
Die Mittelstand-Digital Zentren bieten KMU kostenfreie und anbieterneutrale Unterstützung, ein Antrag ist nicht nötig. Rund 100 KI-Trainer informieren in Workshops, Veranstaltungen und an Demonstratoren über KI-Anwendungen. Die Zentren beraten, setzen aber keine Projekte im Betrieb um.
Welche Landesprogramme fördern KI und Digitalisierung?
Die meisten Zuschüsse für die Umsetzung von KI-Projekten kommen 2026 von den Ländern, mit sehr unterschiedlichen Bedingungen. Die folgende Tabelle zeigt ausgewählte Programme mit dem Stand, den wir im November 2026 auf den offiziellen Seiten oder in Sekundärquellen gefunden haben.
| Programm | Land | Zuschuss | Status November 2026 |
|---|---|---|---|
| BAFA Unternehmensberatung | Bund | Anteil der Beratungskosten (siehe oben) | aktiv, Verlängerung bis 31.12.2028 |
| Mittelstand-Digital Zentren | Bund | kostenfreie Leistung | aktiv |
| go-digital | Bund | entfällt | ausgelaufen am 31.12.2024 |
| Digital Jetzt | Bund | entfällt | beendet (Richtlinie bis 31.12.2023) |
| Digitalbonus Standard / Plus | Bayern | bis 7.500 Euro bzw. bis 30.000 Euro, jeweils bis 50 Prozent | aktiv, Laufzeit bis 31.12.2027 |
| DigitalInvest KMU (Basis / Plus) | Saarland | bis 12.500 Euro bzw. bis 20.000 Euro | aktiv, bis 31.12.2028 |
| Betriebsberatungsprogramm (Programm 158, ISB) | Rheinland-Pfalz | bis 50 Prozent, max. 500 Euro pro Tagewerk, max. 20 Tagewerke in 4 Jahren | aktiv, nur Beratung |
| DigiBoost | Rheinland-Pfalz | war bis 15.000 Euro | beendet, Antragsfrist endete am 31.03.2022 |
| MID-Digitale Prozesse | Nordrhein-Westfalen | Beratung zu Geschäftsprozessen, bis 15.000 Euro | Förderaufruf 2026 geschlossen, nächsten Aufruf abwarten |
| NRW.BANK.Impuls KI | Nordrhein-Westfalen | bis 25.000 Euro für KI-Konzept und KI-Test | Antragstellung derzeit nicht möglich |
Bayern: Digitalbonus
Der Digitalbonus Bayern ist eines der wenigen Landesprogramme, das auch Software-Einführung und damit viele KI-Projekte bezuschusst. Antragsberechtigt sind kleine Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft mit Betriebsstätte in Bayern, laut Programm mit weniger als 50 Beschäftigten und höchstens 10 Millionen Euro Umsatz. Während der Laufzeit vom 01.07.2024 bis 31.12.2027 ist je ein Antrag pro Förderbereich (Digitalisierung und IT-Sicherheit) möglich. Die Mindestausgaben liegen bei 4.000 Euro.
Saarland: DigitalInvest KMU
DigitalInvest KMU fördert Investitionen in die Digitalisierung von Prozessen bei saarländischen KMU. Laut Handwerkskammer des Saarlandes steht das Programm bis 31.12.2028 mit jährlich 1,5 Millionen Euro zur Verfügung, die Basis-Förderung beträgt bis 12.500 Euro, die Plus-Förderung bis 20.000 Euro. Kleine Unternehmen bis 50 Beschäftigte erhalten bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten. Der Antrag läuft über das Fördermittelportal des Landes. Laut einer Sekundärquelle darf das Vorhaben nicht vor dem Bescheid beginnen.
Rheinland-Pfalz: Beratung ja, Umsetzung kaum
In Rheinland-Pfalz ist 2026 vor allem das Betriebsberatungsprogramm der ISB relevant, das ausdrücklich Beratung zu "Digitalisierung, Künstliche Intelligenz" fördert. Der Zuschuss beträgt bis zu 50 Prozent der Beratungskosten, höchstens 500 Euro pro Tagewerk von mindestens acht Stunden. Die Umsetzung selbst, also Software-Einrichtung oder Programmierung, ist nach Sekundärquellen nicht förderfähig. Das frühere Zuschussprogramm DigiBoost ist beendet.
Weitere Länder
Auch andere Länder haben Programme, etwa Brandenburg, Hamburg, Hessen, Sachsen-Anhalt, Thüringen oder Bremen. In Baden-Württemberg endete die Digitalisierungsprämie Plus laut Sekundärquelle am 30.06.2025, als Alternative gibt es Darlehen mit Tilgungszuschuss und Innovationsgutscheine für Forschungs- und Entwicklungsleistungen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer IHK, Handwerkskammer oder Landesförderbank nach dem aktuellen Stand.
Was wird bei KI-Projekten typischerweise gefördert?
Gefördert werden meist externe Beratung, Konzeption, Software-Einführung und Schulung, selten dagegen laufende Lizenzkosten oder eigene Personalkosten. Im Detail hängt das vom Programm ab:
- Beratung und Konzept: Anwendungsfälle finden, Lastenheft, Datenschutzkonzept (BAFA, Programm 158 RLP, Teile von NRW-Programmen).
- Umsetzung: Einrichtung von Software, Schnittstellen, Automatisierungen (Digitalbonus Bayern, DigitalInvest Saarland).
- Schulung: teils anrechenbar, beim Digitalbonus Bayern zum Beispiel Beratung und Schulung bis 50 Prozent der Ausgaben.
- Meist nicht gefördert: laufende Abo-Gebühren über die Projektphase hinaus, Hardware ohne Projektbezug, bereits begonnene Vorhaben.
Wie gehen Sie beim Förderantrag richtig vor?
Die wichtigste Regel lautet: Stellen Sie den Antrag, bevor Sie einen Auftrag vergeben, denn bei den meisten Programmen ist ein vorzeitiger Projektbeginn förderschädlich. So gehen Sie vor:
- Bedarf klären: Welches Problem soll gelöst werden, was ist das Ziel? Der kostenlose KI-Bedarfs-Check hilft bei der Formulierung.
- Programm wählen: Beratung oder Umsetzung? Bund oder Land? Unternehmensgröße und Sitz prüfen.
- Angebot einholen: Viele Programme verlangen ein konkretes Angebot eines externen Dienstleisters. Vergleichbare Angebote erhalten Sie über eine Projektanfrage.
- Antrag stellen und Bescheid abwarten: erst danach den Auftrag erteilen.
- Umsetzen und dokumentieren: Rechnungen, Zahlungsnachweise und Berichte sauber ablegen.
- Verwendungsnachweis einreichen: fristgerecht, sonst droht Rückforderung.
Welche Fehler kosten die Förderung?
Die meisten Förderanträge scheitern an Formalien, nicht am Projekt. Achten Sie auf diese Punkte:
- Auftrag vor dem Bescheid erteilt oder Vorhaben bereits begonnen.
- Dienstleister erfüllt die Programmvorgaben nicht, zum Beispiel Sitz in der EU, keine Unteraufträge (so bei MID-Digitale Prozesse in NRW).
- Budget erschöpft, weil der Antrag zu spät kam. Mehrere Programme arbeiten mit Kontingenten oder Losverfahren.
- Zahlung ohne Nachweis oder in bar.
- Mehrfachförderung derselben Leistung aus zwei Programmen.
Auf connect4ai können Anbieter kennzeichnen, ob ihre Leistungen in bestimmten Programmen förderfähig sind. Ob Ihr konkretes Vorhaben gefördert wird, entscheidet aber allein der Fördergeber. Passende Beratungsangebote finden Sie unter KI-Strategie und Beratung, Kostenbeispiele im Ratgeber Was kostet ein KI-Chatbot?.
Häufige Fragen
Gibt es 2026 noch go-digital oder Digital Jetzt?
Nein. go-digital ist am 31.12.2024 ausgelaufen, Digital Jetzt nimmt seit Ende 2023 keine Anträge mehr an. Ein vergleichbares Nachfolgeprogramm des Bundes war bis November 2026 nicht bekannt.
Wird KI-Beratung vom BAFA gefördert?
Ja, die BAFA-Förderung von Unternehmensberatungen für KMU umfasst auch Beratung zur Digitalisierung und zum KI-Einsatz. Gefördert wird nur die Beratung, nicht die technische Umsetzung. Ab 2027 gelten geänderte Bedingungen und der Antrag läuft über ELSTER oder BundID.
Welches Bundesland fördert die Umsetzung von KI-Projekten?
Beispiele mit Zuschüssen für die Umsetzung sind der Digitalbonus Bayern (bis 7.500 bzw. 30.000 Euro) und DigitalInvest KMU im Saarland (bis 12.500 bzw. 20.000 Euro). In Rheinland-Pfalz wird derzeit vor allem Beratung gefördert. Der Stand ändert sich häufig, prüfen Sie ihn vor dem Antrag.
Darf ich vor dem Förderbescheid schon einen Auftrag vergeben?
In der Regel nicht. Bei den meisten Programmen ist ein Vorhabenbeginn vor Antrag oder Bescheid förderschädlich. Holen Sie Angebote ein, stellen Sie den Antrag und vergeben Sie den Auftrag erst danach.
Sind die Mittelstand-Digital Zentren wirklich kostenlos?
Ja, die Angebote der Mittelstand-Digital Zentren sind für KMU kostenfrei und anbieterneutral. Sie eignen sich gut für die erste Orientierung, die Umsetzung im Betrieb übernehmen sie nicht.
Quellen
- BMWE Innovation, Beratung, Förderung: go-digital ausgelaufen
- Bundeswirtschaftsministerium: Dossier Digital Jetzt
- BAFA: Förderung von Unternehmensberatungen für KMU
- bafabot.de: BAFA-Förderung 2026 (Sekundärquelle Fördersätze)
- Mittelstand-Digital: KI-Trainer
- Digitalbonus Bayern: Förderprogramm
- Handwerkskammer des Saarlandes: DigitalInvest KMU
- ISB Rheinland-Pfalz: Betriebsberatungsprogramm (158)
- Handwerkskammer der Pfalz: DigiBoost, Antragsfrist beendet
- NRW.BANK: MID-Digitale Prozesse
- NRW.BANK: Impuls KI
- kiratik.de: Förderung Digitalisierung je Bundesland, Stand 25.08.2026 (Sekundärquelle)
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